STÄDTEBAU               Die Hochhausdiskussion ist in vollem Gange. Der Senat ist aufgefordert, Standorte zu benennen. Ohne das Ergebnis vorweg zu nehmen glauben wir, dass eine Nachverdichtung an Standorten wie Ernst-Reuter-Platz, Breitscheidtplatz, Alexanderplatz und Potsdamer Platz sich anbietet. Wir haben den Potsdamer Platz gewählt, da unserer Meinung nach an dieser Stelle tatsächlich ein Hochhaus  das Gesamtkonzept Potsdamer Platz und Kulturforum abrunden könnte. Das Hochhaus bildet den Eingang von Westen zu Kulturforum und Potsdamer Platz und erweitert diesen zum Reichpietschufer. So wird der Potsdamer Platz mit seinen Torhäusern von Helmut Jahn, Renzo Piano und Hans Kollhoff im Osten, dem Eckturm von Renzo Piano im Süden durch diesen weiteren Eckturm in Verlängerung der Staatsbibliothek im Westen gefasst. Aus unserer Sicht fehlt dem Potsdamer Platz bisher dieser Eckturm. Am Potsdamer Platz wurde schon ursprünglich ein Mix aus Büroflächen und Wohnungen geplant und gebaut. Zusätzliche Wohnungen am Übergang zu den Wohnungsquartieren in Schöneberg erscheinen genau an der Stelle richtig. Sie werden der Durchmischung am Potsdamer Platz gut tun.

Auf 37 Stockwerken sind etwa 220 Wohnungen geplant. Die Erschließung erfolgt über das Reichpietschufer. Über eine Anliegerstraße entlang des zwischen den Ecktürmen liegenden Sees gibt es eine direkte Verbindung zum Zentrum des Potsdamer Platzes. Über diesen Weg gelangen auch vom Potsdamer Platz kommende Besucher zur Nationalgalerie.

ARCHITEKTUR          In der Planung der Grundrisse wurde großer Wert auf die Orientierung zum Licht gelegt. Alle Wohnungen sind extrem gut belichtet, alle haben Balkone und bodentiefe Fenster ermöglichen Ausblicke. Gleichzeitig unterstützt die Gebäudeform die Privatheit der Wohnungen. Die Faltung hat uns hier geholfen, die Fassade entsprechend unseren gestalterischen Vorstellungen zu entwerfen. Diese Faltung wird durch die Brüstungen mit ihrer veränderlichen Höhe in der Perspektive optisch verstärkt. Wo die massive Brüstung weniger hoch ist, wird sie durch transparente Brüstungsteile ergänzt. Durch Verlagern der auskragenden Flächen entsteht das Spiel mit Vor- und Rücksprüngen. Dieser interessante Effekt wird mit geringem technischem Aufwand erreicht. Die geschlossenen Brüstungsteile bestehen aus Ultrahochleistungsbeton der von „Adern“ durchgeströmt wird. Diese zeichnen sich nach außen deutlich ab. Man kann so fast spüren wie das Hochhaus lebt. Mit diesen Flächen und ihrer exponierten Lage zur Sonne können die Energiegewinne optimiert werden.

NACHHALTIGKEIT          Ein Hochhaus hat eine relativ kleine Hüllfläche. Gleichzeitig ist es selbst im Winter gut besonnt. Beides zusammen sind gute Voraussetzungen für eine hohe Energieeffizienz. Auch unter dem Aspekt der Flächenökonomie gehören Hochhäuser zu den nachhaltigsten Gebäudearten, da mit minimalem Grundflächenbedarf ein Maximum an Wohnraum geschaffen wird. Im Kontakt mit dem Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme ist die Anwendung von durchströmbaren Bauteilen aus Ultrahochleistungsbeton geplant. Diese wurden im Rahmen des Forschungsprojektes „Tabsolar II“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein bionisches Kanalsystem, das sich der Geometrie der Balkonbrüstungen anpasst und sich wie „Adern“ auf diesen abzeichnet. Die Durchströmung und damit auch die Energiegewinnung wird sichtbar.

     
     
     
     
  PRESSE  

                    DER TAGESPIEGEL 10.04.2018

                    AIZ  Das Immobilienmagazin 06/2018 

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